Presseartikel: Christus-Zentrum: Benefizshow im Parktheater zum 20-jährigen Bestehen / Erlös für das Hospiz

2012-10-19-mr-joy-rueckblick

Charmanter Jongleur und cooler Zauberer

Bensheim. Alles nur Show? Logisch, aber was für eine. Eine Show, in der eine hübsche Dame zersägt wird und doch kurz darauf quicklebendig aus der Kiste steigt. Eine Show, in der sich der unerschrockene Künstler in eine Zwangsjacke quetscht, mit dicken Ketten fesseln und in einen Sack stecken lässt und sich mit Hilfe einer klitzekleinen Büroklammer befreit.

 

Alles schon einmal irgendwo gesehen. Klar! Aber die Art und Weise, wie der sympathische Allrounder seine coolen Tricks live präsentiert und "verkauft", ist einfach Klasse: "Sie sind beeinflussbar. Trauen Sie ihren Augen nicht", warnte der Entertainer das Publikum im gut besuchten Parktheater gleich zu Beginn des Abends.

Es war ein Abend der Freude und ein Abend für eine gute Sache obendrein: Eine wirklich - und im wahrsten Sinne des Wortes - brennende Show. Und es war vor allem ein Abend, der riesig Spaß machte und die Zuschauer gleichzeitig faszinierte, amüsierte und zudem ein klein wenig zum Nachdenken anregte.

Auslöser der guten Laune war Mr. Joy, alias Karsten Strohhäcker, einer der bekanntesten christlichen Kleinkünstler, Zauberer, Entertainer und Entfesslungskünstler in Europa. Anlass für die Benefizveranstaltung war das 20-jährige Bestehen des Christus-Zentrums Bergstraße. Nutznießer des künstlerischen Spektakels war das Hospiz in Bensheim. Der Hospizbewegung, und in erster Linie dem stationären Hospiz am Kirchberg, kommen die Spenden der Besucher zugute.

Auf den Verkauf von Eintrittskarten hatte das Christus-Zentrum bewusst verzichtet. Stattdessen forderte das Pastoren-Ehepaar Acima und Maurus Knitz die Gäste im Parktheater auf, ihren Obolus in die Hospiz-Spendenhäuschen zu stecken. Hospiz-Geschäftsführer Michael Braun machte noch einmal deutlich, dass die Stiftung auf Spenden dringend angewiesen ist.

Faszinierende Tricks

Zwei Stunden lang brannte Mr. Joy, unterstützt von seiner Assistentin Nina und flankiert von einer fulminanten Lightshow, ein grandioses Feuerwerk mit gefährlichen Entfesselungsstunts, faszinierenden Karten- und Zaubertricks, preisgekrönten Jongliervariationen und artistischen Einlagen auf dem Hochrad ab.

Ein Programm mit Humor, Action und Tiefgang hatten die Veranstalter von der christlichen Freikirche des Christus-Zentrums dem Publikum versprochen - und mit ihrer Ankündigung nicht übertrieben. Immer wieder stellte der christliche Darstellungskünstler auf charmante, überzeugende Weise - und ohne jeden missionarischen Eifer - die Verbindung mit Gott und der biblischen Geschichte her und brachte entsprechende Gleichnisse. Und wenn er sich dazu seiner Jonglierbälle bediente und das "Vater unser" aufsagt. Mr. Joy schafft auch dieses Kunststück: Es wirkt kein bisschen peinlich.

Der Varieté- und Illusionskünstler versetzte die Zuschauer, darunter viele Kinder, immer wieder in Erstaunen und bezog sie in sein rockiges Bühnenprogramm mit ein. Die an diesem Abend von den Besuchern wohl meist gestellten Fragen waren zweifelsohne: Wie macht Mr. Joy das bloß? Wie kann es sein, dass er eine Zeitung vor den Augen vieler Hundert Zuschauer in Einzelteile zerschnippelt und sie im nächsten Moment wieder unversehrt in Händen hält? Wie schafft er es, sich aus einer Dreifach-Fesselung auf offener Bühne innerhalb von wenigen Minuten zu befreien? Und mit welchem Trick entledigt sich die, in einer Kiste eingesperrte Assistentin ihrer Handschellen - und tauscht den Platz im Dunkeln mit Mr. Joy?

Die Besucher applaudierten dem gebürtigen Schweden, der in der Zentralafrikanischen Republik aufgewachsen und jetzt in Schriesheim zu Hause ist, begeistert und forderten Zugaben. gs

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 22.10.2012